Hans-Quick-Schule / Bickenbach

Konzept Kinderrechte-Schule

Konzept unserer kinder(-gerechten) Schule

 

 

Einleitung

Kinder werden als eigenständige Persönlichkeiten mit wichtigen Rechten geboren. Erwachsene tragen die Verantwortung dafür, dass Kinder ihre Rechte kennen lernen und mit allen Sinnen erleben.

Der Hessische Referenzrahmen für Schulqualität (HRS) weist auf der Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention ausdrücklich darauf hin, dass alle Kinder die Menschenrechte für Kinder in der Schule kennen und erfahren sollen. So ist es die gemeinsame Aufgabe von Lehrkräften, pädagogischen MitarbeiterInnen, außerschulischen KooperationspartnerInnen und Eltern Kinderrechte ganzheitlich im Schulalltag umzusetzen.

Im Schuljahr 2011/2012 haben die Gremien der Hans-Quick-Schule vereinbart, dass wir gemeinsam mit den Prinzipien der Gleichheit, des Schutzes, der Förderung und  der Partizipation eine menschengerechte Schulkultur gestalten möchten. Kinderrechte sollen bewusst als Leitbild unseres pädagogischen Handelns während des ganzen Schulalltages gelten und sind seitdem im Schulprogramm festgeschrieben.

Seit dem 20. September 2012 sind wir als „Modellschule für Kinderrechte RheinMain“ Mitglied des Schulnetzwerks MAKISTA (Macht Kinder stark für Demokratie e.V.). Das Netzwerk steht seit seiner Gründung 2010 unter Schirmherrschaft des Hessischen Kultusministeriums und wird von MAKISTA (Macht Kinder stark für Demokratie e.V.) gemeinsam mit UNICEF Deutschland und weiteren Partnern durchgeführt.

 

Ziele

Die pädagogisch wertvolle Arbeit mit und an den Kinderrechten prägt das Leitbild der Hans-Quick-Schule:

                      Vielfalt erleben – mit Besonderheiten gemeinsam lernen

Wir wollen die Fähigkeit der Kinder zur Mitsprache, zur Mitgestaltung und Mitverantwortung entwickeln und fördern. Dazu wollen wir eine Lernumgebung schaffen, in die wir die individuellen Bedürfnisse und Erfahrungen aller Schülerinnen und Schüler in die Unterrichtsgestaltung einbeziehen. In unserer „kindergerechten Schule“ sollen sich alle Kinder sicher und geborgen fühlen, gewaltfrei gemeinsam lernen, ihre individuellen Fähigkeiten und Neigungen entwickeln, sich motiviert an Entscheidungen beteiligen und für diese Verantwortung übernehmen. Durch die aktive Beteiligung an den eigenen Lernprozessen sorgen sie im ganztägigen Schulalltag für ein wertschätzendes und konstruktives Klima.

 

Umsetzung

Die Festschreibung dieser Haltung, Kinderrechte als selbstverständlichen und permanenten Begleiter der Unterrichtsinhalte und organisatorischen Strukturen anzunehmen, benötigt viel Zeit, aufklärende Gespräche, sinnvolle Vereinbarungen, gemeinsame Verantwortungsübernahme, Offenheit und Flexibilität der ganzen Schulgemeinde. An der Hans-Quick-Schule werden die Kinderrechte sowohl  klassenintern, stufenübergreifend als auch auf die gesamte Schule bezogen durch folgende Vereinbarungen, Regeln, Rituale, Projekte und Aktionen thematisiert und gelebt:

  •  „Kinderrechte“ sind fest im fächerübergreifenden Unterricht und insbesondere im "sozialen Lernen" als feste Unterrichtseinheit im Sachunterricht verankert:
Klasse
Inhalt

VK, 1. Klasse

Kennenlernen der Kinderrechte

Führung durch den Kinderrechte-Parcour mit Patenklassen

2. Klassen

Kunstprojekte (z.B. 2017: Gestaltung einer kinderrechte-Girlande

3. Klassen

Pflege des Kinderrechte-Parcours auf dem Schulgelände

Führung der neuen Schulkinder durch den Kinderrechteparcours

4. Klassen

Kinderrechte-Sportparcours in Anleitung einer weiterführenden Schule

alle Klassen

Kinderrechte-Projekttag

 

  • Wir bilden in jeder Klasse einen Klassenrat, der sich je nach Kompetenzen der Lerngruppe einmal wöchentlich mit eigenen Gefühlen und Wünschen beschäftigt, den Schulalltag reflektiert und Möglichkeiten der Partizipation sucht.
  • Wir treffen uns mindestens viermal im Schuljahr in einem Schülerparlament und tragen die Entscheidungen, Wünsche und Anliegen der Klassenräte zusammen. Die Vorsitzenden des Schülerparlaments stellen ihre Gedanken der Gesamtkonferenz vor und bringen die Ergebnisse zurück in die Klassen. Außerdem übernehmen Mitglieder des Schülerparlaments repräsentative Aufgaben für die Schulgemeinde, wie Präesentationen schulischer Arbeiten in der Gemeindevertretung oder Gästen der HQS gegenüber.
  • Regelmäßige Schülerversammlungen sorgen für transparente Informationen und Absprachen sowie Würdigung besonderer Leistungen.
  • In ritualisierten Aktionen wie beispielsweise dem vierteljährlichen Obstspendenfrühstück „Alle für einen-einer für alle“ vertiefen wir unsere Patenschaften „Groß für Klein“.
  • Mindestens einmal im Schuljahr werden die Kinderrechte in einem gemeinsamen Projekttag thematisieren und während weiterer Projekte und Aktionen nachhaltig gelebt.
  • In jedem Monat wird eine Vereinbarung zu unserem quicklebendigen Kinderrechte-Leben als „Motto des Monats“ behandelt.
  • Unsere Streitschlichter helfen allen Kindern auf dem Schulhof, konstruktiv Konflikte zu lösen. Dazu lassen sie sich im 3. Schuljahr von einer Mediatorin ausbilden und verrichten ihren Dienst im folgenden Jahr selbständig. 
  • In Events wie der Gestaltung eines Kinderstadtplans für die Gemeinde Bickenbach oder einem Kinderrechtepfad im Bickenbacher Wald informieren wir die Öffentlichkeit über unsere Rechte.
  • Wir nutzen generationsübergreifende Kooperationen, um Bedürftigkeit und Probleme alter Menschen kennenzulernen und eigene Handlungskompetenzen zu entwickeln.
  • Wir unterstützen mit eigener Arbeit wie beispielsweise dem Erlös aus gebastelten Weihnachtsgeschenken notleidende Kinder in Krisengebieten oder beeinträchtigte und kranke Kinder in Hospizen oder Kindergärten.
  • An allen Elternabenden wird die pädagogische Arbeit rund um die Kinderrechte an der Hans-Quick-Schule von den Klassenlehrkräften thematisiert. 
  • Auf unserer schulinternen Homepage wird regelmäßig über Projekte und Aktionen berichtet.
  • Lehrkräfte bieten nach Bedarf Hospitationen und Fortbildungen für interessierte pädagogische Einrichtungen an.

 

Ausblick

Gemeinsam mit allen Beteiligten unseres quicklebendigen Miteinanders blicken wir in ritualisierten Evaluationsprozessen auf eine wachsende Verinnerlichung der Kinderrechte in Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozessen zurück. Es ist uns gelungen, die Rechte der Kinder auf Gleichheit, Förderung, Schutz und Partizipation in den Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit im ganztätigen Lernen zu rücken. Beobachtungen, Fragebögen und Interviews haben gezeigt, dass die aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an ihrem eignen Lernprozess mit allen Sinnen für ein wertschätzendes und konstruktives Lernklima gesorgt hat. Die Haltung, Lernprozesse mit Kindern und nicht nur für sie zu beschreiben, hat bei allen Beteiligten ein Überdenken und zum Teil eine Änderung ihrer Rolle angestoßen.

Wir gehen diesen Weg weiter und sind gespannt auf die Nachhaltigkeit der ganzheitlichen Entwicklung unserer „kindergerechten“ Hans-Quick- Schule.